Wissenswertes über Glocken

Warum werden/wurden Glocken getragen?

Haben Sie sich auch schon gefragt, warum überhaupt Glocken an Tieren getragen werden?

Früher waren die Glocken ein Zeichen von Wohlstand. Je grösser die Glocken waren und je mehr Glocken der Landwirt seinen Tieren umgehängt hat, desto reicher war er.
Ausserdem sollten die Glocken böse Geister und Dämonen von Haus und Hof abhalten.

Was ist davon noch übrig geblieben?

Auch heutzutage werden noch Glocken und Schellen angezogen. Teils als Zierde (Viehschauen, Alpauf- und Alpabfahrten), teils zum Schutz der Herde (Sommerweide auf der Alp).
Die Tiere können auf der Alp im Nebel besser gefunden werden. Und ausserdem hört der Bauer, der Hirte oder der Älpler, ob bei seinen Tieren alles in Ordnung ist und ob diese ruhig grasen. Wenn sich das Geläut hektisch anhört, kann der Verantwortliche für die Tiere sehr rasch reagieren.
Gerade auf der Alp, wo Strom nicht dauernd verfügbar ist, sind auch heute die Glocken unverzichtbar und können nicht durch moderne GPS-Systeme ersetzt werden.
Glocken und Treicheln werden ausserdem an Chessleten, am Uebersitz oder zum Trychlen verwendet.

Im fernen Osten ist die Glocke auch heute noch ein beliebter Glücksbringer. Jeder der den Klang einer Glocke hört, hat Glück.

Einige Anekdoten zu Glocken

Eines Tages ist ein Ziegenhirte bei uns im Ladengeschäft aufgetaucht. Dieser hat ein kleines Ziegenglöcklein auf die Ladentheke gestellt und gemeint: "Ich brauche eine Glocke, welche etwas gleich gross ist, aber ja nicht gleich klingt". Der Kunde hat sich eine Glocke ausgesucht und anschliessend bezahlt. Beim Hinausgehen hat unser Verkäufer gefragt, warum die Glocke denn nicht gleich klingen dürfe. Der Hirte hat folgendes erwidert: "Nun, die alte Mutterziege ist leider gestorben. Und jedes Mal, wenn ich das Glöcken von dieser Ziege einer anderen anhänge, fressen alle nicht mehr. Die sind so traurig, dass die Mutterziege nicht mehr da ist".

Ein Kunde hat unser Geschäft aufgesucht und eine komplett kaputte Glocke auf die Ladentheke gestellt. Etwas verwundert hat unser Verkäufer gefragt, ob wir diese denn noch reparieren sollen, da dies doch einiges kosten würde. Der Kunde erwiderte, dass wir die Glocke reparieren sollen, egal was es koste. Hauptsache, die Kuh erkenne ihre Glocke wieder. Sonst mache seine Leitkuh keinen Schritt, wenn er auf die Alp gehen wolle. Diese hänge so an ihrer Glocke.

Einmal hat ein Kunde erzählt, dass er seine Leitkuh etwas Gutes tun wollte. Die Kuh ist zu diesem Zeitpunkt bereits etwas älter gewesen. Er hat ihr eine kleinere Glocke angezogen, als es darum gegangen ist, auf die Alp zu gehen.  Das Tier hat weder einen Schritt vor, noch zurück, noch zur Seite getan. Sie ist einfach bockstill gestanden. Was soll man da machen? Der Bauer hat die kleinere Glocke wieder abgezogen, hat der Kuh die gewohnte Glocke umgehängt und siehe da: Die Kuh ist sofort vorneweg gegangen und die anderen Kühe hinten nach.

Ein älterer Herr hat uns im Ladengeschäft erzählt, dass er heute nur hier stehe, weil er den Kühen Glocken angezogen hat. Eines Nachts habe es auf der Weide "ghebuletet" und "tängelet das äs nümme schön sig gsi". Er habe sich gedacht, warum dass sein Vieh einen derartigen Tumult veranstalte. Erschrocken habe er festgestellt, dass sein Bauernhaus brenne! Sofort habe er Frau und Kind geweckt und umgehend seine Tiere im Bauernhaus gerettet. Er sei heute sehr dankbar, dass sein Vieh ihm das Leben gerettet habe.

Haben auch Sie eine so tolle Geschichte auf Lager?

Dann lassen Sie es uns wissen und senden uns diese an: info@glocken.ch